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Gammersbacher Mühle

Ort:Lohmar-Muchensiefen, Gammersbacher Mühle 1 (Scheiderhöhe)
Denkmalart:Baudenkmal 011
Autor:Lothar Faßbender
Verein:Heimat- und Geschichtsverein Lohmar
Nr.:04-06

Die im Gammersbacher Tal, zwischen Muchensiefen und Oberschönrath, gelegene Gammersbacher Mühle wurde 1688 als Wasserkornmühle zum ersten Mal genannt. Damals gehörte sie zum adeligen Haus Schönrath.

Die Hoffnung, die man 1992 vor den dendrochronologischen Untersuchungen durch die Universität zu Köln hegte, Bauteile des langgestreckten, zweigeschossigen Mühlengebäudes aus dem 17. Jahrhundert nachzuweisen, schien sich zunächst zu bestätigen.

Bei dem Fachwerkgebäude, das sich aus dem Wohnhaus und dem Mühlentrakt mit Mahlwerk zusammensetzt, fand man Eichenhölzer des liegenden Dachstuhls, die im Jahr 1613, also noch vor der urkundlichen Erstnennung der Mühle, gefällt wurden.

Bei näherem Hinsehen der Bausubstanz erkannte man aber, dass dieser frühen Datierung das Fachwerkgefüge unterhalb dieses Dachstuhlbereichs widersprach und man die Datierung nicht auf das gesamte Gebäude beziehen konnte. Der komplette Bau war als Kombination aus Geschoss- und Stockwerksbau mit wandhohen Eckständern abgezimmert. Ebenfalls waren gedoppelte Horizontalbalken mit dazwischenliegenden unter 90° auflaufenden Balkenköpfen, die Stockwerksweise abgezimmerten Feldständer, die einfache Riegelkette pro Stockwerk zu sehen. Diese Gefüge- oder Konstruktionsmerkmale sprachen eher für die Bauzeit um 1800, als diese bauliche Entwicklung erstmals bei Lohmarer Fachwerkhäusern auftrat. (vgl. Köhren –Jansen in u.a. Buch)

Vermutungen liegen nahe, dass es sich bei der dendrochronologisch bestimmten Datierung um zweitverwendete Balken handeln musste. Solange eine genaue Bauanalyse fehlt, scheint sich die Datierung nur partiell auf den Dachstuhl des Mühlentraktes, der in der Urflurkarte von 1823 bereits verzeichnet ist und nicht auf die Erweiterung des Wohnhauses und weiterer Wirtschaftsgebäude zu beziehen, diese kamen erst im 19. und 20. Jahrhundert hinzu.

In einer Aufstellung der Marie (Bürgermeisterei) Lohmar von 1812 wird die Gammersbacher Mühle mit dem Besitzer Gerhard Bonn in der Gemeinde Scheiderhöhe und der Hausnummer 19 aufgeführt. Heute ist die Gammersbacher Mühle eine der wenigen noch intakten Wasserkornmühlen in unserem Heimatgebiet.

Vor rund 20 Jahren hat Claus Ihm die Gammersbacher Mühle erworben und bietet an Samstagen, Sonn- und Feiertagen oder nach Absprache Bewirtung in gemütlicher Atmosphäre oder in rustikalen Räumlichkeiten an. Außerdem werden zweimal in der Woche mit pferdebespannten Brotwagen Steinofenbrot und Kuchen aus eigener Herstellung ausgefahren bzw. man kann Donnerstags und Freitags auf Vorbestellung und Samstags das selbstgebackene, knusprige Brot aus dem Steinofen im offenen Verkauf am Hof erwerben.

Über die idyllisch gelegene Mühle im Gammersbacher Tal und über die Pflege des heimischen Brauchtums durch deren Besitzer hat der BGV Rhein-Berg ausführlich geschrieben.

Quellenverzeichnis:
  • Burghart Schmidt, Helmtrud Köhren-Jansen, Klaus Freckmann – Auf den Spuren alter Häuser – Jahrringdatierung und Bauweise – Jonas Verlag, Marburg 2001;
  • Heimat- und Geschichtsverein Lohmar e.V., in den Lohmarer Heimatblättern, Heft 9, Nov. 1995;
  • Herbert Nicke, Bergische Mühlen, Martina Galunder-Verlag, Wiehl 1998

Bildquellen:

Bild 1:
Quelle: Archiv HGV, Lohmar
Bild 2:
Quelle: Titelseite des Buchs „Auf den Spuren alter Häuser“ (Fam. Ihm, Lohmar)



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Internet-Link zu dieser Sehenswürdigkeit: http://www.lohmar.de/sehenswertes.php?sw_id=04-06