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Burghaus Dorp

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Burghaus Dorp
Ort:
Lohmar-Wahlscheid, Haus Dorp 3/4
Art:
Baudenkmal 12
Autor:
Waltraud Rexhaus
Vereinsname:
Stadt Lohmar
Nr.:
05-04

Das mittelalterliche Burghaus ist das bislang älteste Gebäude im Stadtgebiet. Im 17. bis 18. Jahrhundert diente die Hauskapelle dem Gottesdienst für die reformiert-evangelischen Bewohner des Burghauses und diejenigen der umliegenden Gemeinden. Das Haus befindet sich heute in Privatbesitz.


In dem Weiler Hausdorp oberhalb des Naafbachtals steht das ehemalige Burghaus Dorp („Haus Dorp“). Bereits im 14. Jahrhundert wurde ein Hof in „Dorp“ oder „Dorpe“ urkundlich genannt. Als Lehen gab ihn die Siegburger Abtei kurz vor 1500 an ein Mitglied der Familie von Markelsbach. Ein Lehen ist eine mittelalterliche Form der Leihe auf Lebenszeit. Die Familie von Markelsbach gen. Allner – sie besaß auch das heutige Schloss Allner, Schloss Birlinghoven u.a. Güter im hiesigen Kreis – ist später auch in den tatsächlichen Besitz von Dorp gelangt. Sie hat das Burghaus errichtet, wie die dendrochronologische Altersbestimmung nachweisen kann.

Durch die Heirat einer Tochter der Familie mit einem Anhänger des reformierten Religionsbekenntnisses, Wilhelm von Gülich zu Berg, wurde das Haus Treffpunkt für die Reformierten aus Wahlscheid, Seelscheid, Honrath und Volberg. Es erhielt 1672 das offizielle Recht auf freie Religionsausübung hier in der katholischen Umgebung.

Die Hauskapelle im Erdgeschoss diente dem Gottesdienst dieser Religionsgemeinschaft bis zur Union mit den Lutherischen 1814. Das heißt, seit diesem Zeitpunkt sind die Gläubigen des reformierten mit denen des lutherischen Bekenntnisses vereint und benutzen gemeinsam die evangelische Kirche in Wahlscheid, in der heute noch der silberne Kommunionskelch der Kapelle des Hauses Dorp für die Abendmahlsfeier verwendet wird.

Das Burghaus Dorp wechselte nach dem Aussterben der von Gülich mehrfach die Besitzer. Es wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts an zwei Geschwister und ihre Familien vererbt, die jeweils eine Hälfte des Hauses bewohnten und so wurden die Haushälften getrennt weitervererbt. Die Zweiteilung ist heute noch im Aufbau der Hausfront zu erkennen.

Ausführlich beschreibt Lothar Faßbender die Geschichte des Burghauses in den Lohmarer Heimtablättern 18-19 (2004-2005).

Das Burghaus ist das bislang älteste nachweisbare profane Gebäude auf unserem Stadtgebiet. Dies hat das Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Köln herausgefunden, welches in den 1990er Jahren in Lohmar 79 Häuser mit der Methode der Dendrochronologie auf ihr Alter hin untersuchte. Diese Methode ermittelt mit der Analyse der Jahresringe von Holzbalken zunächst das Fälldatum der Hölzer um anhand weiterer Untersuchungen auf das Baujahr des Hauses schließen zu können.

Errichtet ist das Haus in Mischbauweise, nämlich Grauwackemauerwerk und Fachwerk. Letzteres ist heute verkleidet und verputzt, die rückwärtige Traufe und die beiden Giebel sind verschiefert. Die Firsthöhe beträgt 15 m, Grundfläche knapp 20 x 10 m. Die beiden südwestlichen Keller besitzen eine über einen Meter dicke Grauwackeaußenmauer und Tonnengewölbe. Das hohe Satteldach und die steile Dachneigung deuten ebenso wie die leichte Vorkragung des abgewalmten Südwestgiebels auf ein hohes Alter.

Die dendrochronologische Altersbestimmung verschiedener Hölzer des Dachstuhls ergibt einen Zeitraum von 1504 bis 1506 für die Baumfällung. Das Labor für Dendrochronologie des oben erwähnten Instituts geht mit Sicherheit davon aus, dass der gesamte Dachstuhl mit seinen unterschiedlichen Konstruktionsarten in einem Zuge errichtet wurde und 1506 fertig gestellt war.

Die beim Haus befindliche Reitanlage und Teile der alten Wirtschaftsgebäude werden auch heute noch sportlich genutzt, hier ist seit 1976 die „Reitgemeinschaft Haus Dorp e.V.“ ansässig.


Quellenverzeichnis:

  • Lothar Faßbender, Haus Dorp, in: Lohmarer Heimatblätter 18 und 19 (2004, 2005);
  • Burghart Schmidt, Helmtrud Köhren-Jansen, Klaus Freckmann. Auf den Spuren alter Häuser. Jahrringdatierung und Bauweise. Lohmar im Bergischen Land, Siebengebirge (= Schriftenreihe zur Dendrochronologie und Bauforschung 2), Marburg 2001, S. 75-82.

Vorderansicht|Quelle: Stadtarchiv Lohmar / Foto Jürgen Morich
Vorderansicht|Quelle: Stadtarchiv Lohmar / Foto Jürgen Morich
Rückansicht|Quelle: Stadtarchiv Lohmar / Foto Jürgen Morich
Rückansicht|Quelle: Stadtarchiv Lohmar / Foto Jürgen Morich
Der Kommunionskelch|Quelle: Stadtarchiv Lohmar / Foto Jürgen Morich
Der Kommunionskelch|Quelle: Stadtarchiv Lohmar / Foto Jürgen Morich

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