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Franziskus-Xaverius-Kapelle in Heide

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Franziskus-Xaverius-Kapelle in Heide
Ort:
Lohmar-Heide, Kapellenstraße 45
Art:
Baudenkmal 48
Autor:
Albert Salgert
Vereinsname:
Heimatverein Birk
Nr.:
02-02

Gegen die ursprünglichen Widerstände der Kirchenleitung wurde von Heider Bürgern diese kleine Kapelle gebaut und später dem Heiligen Franziskus Xaverius gewidmet.


Die damals in ärmlichen Verhältnissen lebende Bevölkerung wurde vom Kirchdorf Birk so etwas von der Seite angesehen, was sie doch sehr bedrückte, denn wie wäre anders zu erklären, dass der Wunsch nach einem Kapellchen bzw. Andachtsstätte immer größer wurde.

Im Jahre 1734, als die Jesuiten aus Geistingen in Birk eine Mission abhielten, nutzten die Bürger in Heide die Gunst der Stunde und ließen ein bereits angefertigtes Kreuz von den Missionaren benedizieren.

Da das Kreuz jedoch in freier Flur stand und stets der Witterung ausgesetzt, beschloss man, eine kleine Holzkapelle zu seinem Schutz zu errichten.

Mit dem Bau begann aber auch der Kampf um die Legalität der Kapelle. Die Initiatoren des Baues hatten nämlich weder die Genehmigung der Behörde, noch die der kirchlichen Instanzen eingeholt.

Der Lohmarer Pfarrer Delhaes, dem auch die Filialkirche in Birk unterstellt war, berichtete an das Generalvikariat in Köln, dass in seinem Kirchspiel genügend Kirchen und Kapellen vorhanden seien und daher kein Handlungsbedarf bestünde, die Kapelle zu benedizieren. Außerdem würde die Kapelle wohl bald zerfallen, da sie aus Holz gebaut sei.

In seiner Antwort erlaubte der Erzbischofs 1735 zwar den Verbleib der Kapelle, verbot aber, darin Messen oder öffentliche Andachten zu halten.

Pfarrer Delhaes hatte in seiner Prognose über die Haltbarkeit der Kapelle wohl Recht behalten. Denn schon 1830 war das Dach der Kapelle derart baufällig, dass eine Reparatur ganz erhebliche Kosten verursacht hätte.

Die Bürger entschlossen sich zum Abriss der Holzkapelle, um einen massiven Neubau zu erstellen. Der Besitzer von Gut Umschoß lieferte kostenlos die Steine aus seinem Bruch, aber schon sein Nachfolger untersagte eine weitere Abfuhr. So mussten ca. 40 % Bruchsteine aus einem Bruch im Lohmarer Wald geholt werden. Die Bevölkerung sammelte Geld, um den Bau zu realisieren. Da zu der Zeit in Heide nur 132 Personen wohnten, mussten große Opfer gebracht werden, um den Neubau in den Jahren 1843 - 45 durchzuführen.

Nachdem Dr. Heinrich Aumüller 1852 Pfarrer in Birk wurde, übernahm er das bisher im Stillen gepflegte religiöse Brauchtum. 1868 benedizierte Pfarrer Aumüller die Kapelle, die dem Heiligen Franziskus Xaverius gewidmet wurde.

Wegen der umfangreichen Umbau- bzw. Erweiterungsarbeiten an der Birker Kirche war kein Geld mehr für Heide vorhanden und so mussten die Bewohner von Heide wieder mal zur Selbsthilfe schreiten, um den bis dahin vorhandenen Dachreiter im Jahre 1900 durch einen Turm zu ersetzen. So entstand der noch heute in seiner Form bestehende Zwiebelturm. Die Birker Bevölkerung hatte auch sofort einen passenden Namen parat, nämlich „Pfefferstreuer“ ob seiner acht Schalllöcher.

Das ursprüngliche Missionskreuz von 1734 befindet sich – inzwischen mehrfach restauriert – an der Kapellenaußenwand.


Quellenverzeichnis:

  • Heinrich Hennekeuser, St. Franziskus Xaverius Kapelle in Heide von 1735 bis 1985 (= Dokumentation G 8 des Heimat- und Kulturvereins Lohmar), 1985;
  • Heinrich Hennekeuser, Gemeinde Lohmar (= Rheinische Kunststätten 234, 1980.

Quelle: Dr. Jörn Hansen
Quelle: Dr. Jörn Hansen
Das verwitterte Missionskreuz an der Außenwand der Kapelle. |Quelle: Dr. Jörn Hansen
Das verwitterte Missionskreuz an der Außenwand der Kapelle. |Quelle: Dr. Jörn Hansen

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