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Haus Hollenberg

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Haus Hollenberg
Ort:
Lohmar-Donrath, Am Hollenberg 51
Autor:
Hans Dieter Heimig
Nr.:
03-04

Professor Prill baute im verträumten und idyllisch gelegenen Donrath Anfang des 19. Jahrhunderts am Hang des Hollenberges eine Villa, das Haus Hollenberg.


Joseph Carl Maria Prill wurde am 9.6.1852 in Combahn – heute Ortsteil von Bonn-Beuel – geboren und starb am 8.10.1935 auf dem Hollenberg. Er war Professor und Religionslehrer am Burg-Gymnasium in Essen.

Dort lernte er Religionslehrer Rektor Peter Klein aus Donrath kennen, der am Gymnasium der „Chorfrauen vom Hl. Augustinus“ in Essen angestellt war. Rektor Klein hatte sich Ende des 19. Jahrhunderts nach den Plänen von Prof. Prill auf der „Burghardt“ (nahe Haus Hasselssiefen) eine Villa gebaut, in die er Prof. Prill öfter einlud.

Damals war Lohmar noch Luftkurort und sehr idyllisch gelegen, so dass sich Prof. Prill im Februar 1911 ein etwa 2 Morgen großes Stück Land am Hollenberg kaufte und dort seine Villa „Haus Hollenberg“ errichtete.

Prills Schwester – Mutter Willibalda – war Mutter Oberin im städtischen Waisenhaus in Köln-Sülz, das der „Genossenschaft vom armen Kinde Jesu“ angehörte. Sie wirkte auf ihren Bruder ein, an seine Villa auf dem Hollenberg einen Flügel für ein Erholungsheim von bis zu 12 Schwestern aus ihrem Orden anzubauen, der im Mai 1925 seiner Bestimmung übergeben wurde. Durch Landzukauf ist das Gelände auf über 11 Morgen vergrößert und parkähnlich angelegt worden.

In Lohmar hatte dieselbe Genossenschaft im Park Lohmarhöhe am Mühlenweg ein Heim für verwahrloste Kinder und Waisenkinder, die auch die Volksschule in Lohmar besuchten (die sog. Heimkinder). In Lohmarhöhe war Prälat Dr. Peter Bernhard Kallen Seelsorger dieses Hauses und wohnte auch dort. Er wurde 1905 in Neuß geboren, war der Neffe von Kardinal Frings, „Kammergerichtspräsident“ am Erzbischöflichen Gericht in Köln und Großkomtur des „Ritterordens vom Hl. Grab in Jerusalem“. Nach der Aufgabe von Lohmarhöhe übernahm er 1966 die Seelsorge des Kinderdorfes Hollenberg. Von da ab betreute er auch als Priester die Kapelle in Halberg. Er starb durch einen Verkehrsunfall am Hollenberg am 5.12.1990.

Da die Anzahl der erholungsuchenden Schwestern ständig zurückging, überlegte man im Mutterhaus in Aachen, Lohmarhöhe zu schließen und den Hollenberg zu einem Kinderdorf im Sinne der Gründerin Clara Fey auszubauen. So wurde Lohmarhöhe aufgegeben und etwa 1966 an die Gemeinde Lohmar verkauft.

Das schöne alte „Haus Hollenberg“ (siehe Bild) musste weichen, damit eine Sonderschulanlage für sechs Gruppen (Familien) à 15 Kindern in vier Klassenräumen geschaffen werden konnte, die am 17.12.1963 eingeweiht wurde.

Seit dem 1.7.1992 ist der Hollenberg eine GmbH und nennt sich heute „Kinder- und Jugendhilfe Hollenberg GmbH“, wovon Aachen nur noch einen 10%-Anteil hat und die Franziskanerinnen aus Waldbreitbach im Westerwald die restlichen 90% besitzen. Auf dem Hollenberg, wie auch in dazugehörigen Häusern in Lohmar (Danziger Str.), Siegburg und Sankt Augustin werden insgesamt 75 Kinder betreut und 40 Familien ambulant geholfen.


Quellenverzeichnis:

  • Wilhelm Pape in: Prof. Prill und der Hollenberg (= Dokumentation G23 des Heimat- und Geschichtsverein Lohmar) 1993;
  • Hans Dieter Heimig, Kleine Heimatgeschichte von Weegen, in: Lohmarer Heimatblätter 22, 2008.

Quelle: Archiv HGV Lohmar / Kinderdorf Hollenberg
Quelle: Archiv HGV Lohmar / Kinderdorf Hollenberg

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