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Burg Sülz

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Burg Sülz
Ort:
Lohmar-Scheiderhöhe, Haus Sülz
Art:
Baudenkmal 26, Bodendenkmal 3
Autor:
Waltraud Rexhaus
Vereinsname:
Stadt Lohmar
Nr.:
04-04

Der heutige Technologiehof Burg Sülz residiert in einem 1766 begonnenen „Neubau“ einer adeligen Burganlage. Östlich angrenzend befand sich die ehemalige mittelalterliche Wasserburg Sülz; ihre Mauerreste sind inzwischen überwachsen, im Gelände teilweise noch ablesbar.


Als ein castrum wird der Rittersitz 1367 erstmals schriftlich erwähnt: Ein Knappe namens Gottschalk Kreuwel verpfändete und verkaufte die Hälfte der Burg dem Abt und Konvent zu Siegburg für insgesamt 3500 Mark. Ein gutes Jahr lang residierte hier Abt Dietrich von der Horst; in dem nach seinem Tod angefertigten Nachlassverzeichnis sind reiche Vorräte und Hausrat sowie seine Waffen und Kleider aufgeführt.

Die Siegburger Abtei verkaufte den Burganteil kurz darauf wieder. Ab 1394 bis um die Mitte des 16. Jahrhunderts war die bergische Adelsfamilie Stael von Holstein Besitzer. Von einer Teilung ist in dieser Zeit nicht mehr die Rede. Stattdessen tritt die militärische Bedeutung der Burg an der unteren Sülz deutlicher hervor. Nach einer Fehde wird Wilhelm Stael von Holstein im Jahre 1407 vom Herzog von Berg in Gefangenschaft gesetzt und die Lehnsauftragung seines „Schlosses“ Sülz als ein Offenhaus erzwungen: die Burg musste nun auf Verlangen dem Lehnsherrn – eben dem Herzog - zur Verfügung stehen und z.B. auch seine Soldaten aufnehmen. In späterer Zeit ist für die Burg ein Bergfried belegt, welcher auch auf einer Kartenaufnahme aus dem Jahre 1817 noch erkennbar und bezeichnet ist.

Nach den Stael von Holstein gelangte die Burg durch Heirat in den Besitz u.a. der Familien von Bellinghausen, von Zweiffel zu Burg Wissem und von Boland genannt Monemit. Letztere verkauften sie 1766 an Johann Paul de la Valette St. Georg, der eine neue Vorburg errichtete und die ursprüglichen Gebäude abreißen ließ. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts kaufte der Dürener Teppichfabrikant Leopold Schöller die Burg; nach ihm wechselte sie noch mehrfach die Besitzer. Zuletzt wurde sie als landwirtschaftlicher Betrieb genutzt. 1996 erwarb die Lohmarer Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft das Anwesen, das inzwischen durch eine Bauherrengemeinschaft übernommen und zu einem modernen Technologiehof umgebaut worden ist.

Bergfried: Über das Alter und Aussehen des Bergfrieds der Sülzer Burg haben wir leider keinerlei Informationen. In einer Quelle von 1566 soll jedoch erwähnt worden sein, dass es sich um einen bewohnten berfert, also um einen Wohnturm handelte. Im frühen Mittelalter würde er - zusätzlich - als Warte und Wehrturm gedient haben, als Zufluchtsort und vielleicht auch als Aufbewahrungsort für Wertgegenstände. Als reiner Repräsentationsbau mit Statussymbolcharakter könnte er errichtet worden sein, wenn sein Alter nicht vor das Spätmittelalter zurückgeht. Denn mit der Erfindung und dem Einsatz von Kanonen verloren solche Türme ihre Wehrfunktion. Erstaunlich ist, dass in der Karte (Ausschnitt) aus dem Jahre 1817 der berfert noch eingetragen ist, obwohl die alte Burganlage ja 1766 abgerissen wurde. Möglicherweise wurde ja damals nicht die komplette alte Burganlage niedergelegt und man konnte neben der „neuen“ Vorburg den Bergfied noch lange Zeit sehen bis er langsam verfiel bzw. sein Baumaterial nach und nach abgetragen wurde.


Quellenverzeichnis:

  • Helga Hemgesberg, Das Siegburger Gründungsgut Sulsa und die Pfarre Altenrath, in: Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein 185 (1982), S. 8–24.

Quelle: Archiv HGV, Lohmar
Quelle: Archiv HGV, Lohmar
Quelle: Archiv HGV, Lohmar
Quelle: Archiv HGV, Lohmar
Quelle: Stadtarchiv Lohmar / J. Morich
Quelle: Stadtarchiv Lohmar / J. Morich
Sogenannte Tranchot-Karte von 1817 (Ausschnitt) |Quelle: © Geobasisdaten: Land NRW, Bonn
Sogenannte Tranchot-Karte von 1817 (Ausschnitt) |Quelle: © Geobasisdaten: Land NRW, Bonn

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