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Fabrikgebäude Aggerhütte

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Fabrikgebäude Aggerhütte
Ort:
Lohmar-Honrath, Aggerhütte 8
Art:
Baudenkmal 118
Autor:
Harald Bertsch
Vereinsname:
Heimatverein Dahlhaus
Nr.:
06-08

Die Fabrikanlage Aggerhütte hat ihren Namen von einem ehemaligen Hüttenwerk. 1854 errichtete die Honrather Gewerkschaft hier eine Anlage zur Erzaufbereitung.


Die Fabrikanlage Aggerhütte entstand im Jahre 1903 als Knochenmühle und Knochenentfettungsanlage auf dem Gelände der ehemaligen Aggerhütte und späteren Erzaufbereitungsanlage. Der Name "Aggerhütte" ist bis in die heutige Zeit als Standort für die Anlage erhalten geblieben.

Die Aggerhütte liegt in der Gemarkung Honrath unmittelbar an der Gemeindegrenze zur Stadt Overath. Sie hat ihren Namen von einer ehemaligen Hüttenanlage. Die Honrather Hütte ist für das Jahr 1793 belegt. Hier wurden im 18. Jahrhundert Kupfererze verhüttet. Nach Aufgabe und Verfall der Anlage errichtete hier die Honrather Gewerkschaft 1854 eine Erzaufbereitungsanlage für die Gruben Aurora, St. Georg und Volta. Der Name Aggerhütte wurde beibehalten, obwohl es sich um eine Erzanreicherungsanlage handelte. Das Hauptgebäude hatte die beachtlichen Ausmaße von 45 x 30 m. Die Erze wurden von den Grubenfeldern mit einer Pferdebahn zur Aggerhütte gebracht. Hier wurde das Erz mit dem Wasser des Kombaches gereinigt. Die so aufbereiteten Erze mussten mit dem Pferdekarren nach Mühlheim zum Rheinhafen gebracht werden. In den nachfolgenden Jahren führten ausbleibende Erträge die Gesellschaft in finanzielle Schwierigkeiten. 1867 wurde das Vermögen der Honrather Gewerkschaft versteigert. Der Bau und die Einweihung der Aggertalbahn im Jahre 1884 kam für die hiesigen Erzgruben zu spät. Das jetzige Backsteingebäude aus roten und gelben Klinker entstand im Jahre 1903 zur Knochenentfettung und Extraction.

Extractionswerk Aggerhütte: 1903 wurde in dem Gebäude eine Knochenentfettungsanlage, das Extraktionswerk errichtet. Die Anlage war für eine tägliche Produktion von 20 t zu entfettender Knochen ausgelegt. Die Knochen wurden in einem Knochenbrecher zerkleinert. Die Extraktion erfolgte dann unter Zusatz von Benzin. Die extrahierten Knochen wurden zum Teil in den Knochenmühlen zu Knochenmehl für Dünger und sonstige Zwecke gemahlen. Außerdem bestand hier eine Anlage zur Herstellung von Poudrettedünger aus menschlichen Fäkalien und einer stickstoffhaltigen Moorerde. Beide Teile wurden über den eigenen Gleisanschluss mittels Eisenbahnwagen direkt an die Fabrikationsgebäude herangefahren. Für die Fäkalien wurden geschlossene Kesselwagen benutzt, deren Inhalt mit einer Pumpe direkt in den Rührapparat gefördert wurde. Nach der Zugabe der Moorerde wurde beides in den Rührgefäßen gemischt und anschließend in der Trockentrommel mittels Feuergasen getrocknet. Der Antrieb sämtlicher Maschinen erfolgte über die in der Halle befindliche Hauptantriebswelle, welche von einer Dampfmaschine angetrieben wurde. Die Knochenmühle musste ihre Produktion 1940 einstellen. Das Gebäude wurde zu Kriegsende zugunsten der Fa. Krupp für kriegswichtige Produktionen beschlagnahmt. Nach dem Krieg stand das Gebäude leer und verfiel langsam.

1968 bezog die Firma Defa-Folien das Gebäude und baute das Anwesen wieder auf.


Quellenverzeichnis:

  • Angaben aus der Denkmälerliste der Stadt Lohmar, 1992;
  • Siegfried Helser, Wie et fröhe woe I, Lohmar 1992, S. 207-208;
  • Extractionswerk Aggerhütte, Archiv der Stadt Lohmar, I-2420;
  • Aggerhütte, Tag des Offenen Denkmal, Amt für Bodendenkmalpflege, Aussenstelle Overath, 1996;
  • Albert Seemann, Metallerzbergbau im unteren Aggertal, Lohmar 1990, S. 25-27;
  • Internetseite der Fa. Defa-Folien, Lohmar, 2009.

Vorderansicht des Gebäudes Aggerhütte|Quelle: Harald Bertsch
Vorderansicht des Gebäudes Aggerhütte|Quelle: Harald Bertsch
Seitenansicht des Fabrikgebäudes|Quelle: Harald Bertsch
Seitenansicht des Fabrikgebäudes|Quelle: Harald Bertsch
Extractionwerk Aggerhütte|Quelle: Siegfried Helser
Extractionwerk Aggerhütte|Quelle: Siegfried Helser
Extractionswerke Aggerhütte GmbH, Zeichnung der Technischen Anlagen|Quelle: Stadtarchiv Lohmar
Extractionswerke Aggerhütte GmbH, Zeichnung der Technischen Anlagen|Quelle: Stadtarchiv Lohmar

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