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Hof Kirchscheid

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Hof Kirchscheid
Ort:
Lohmar-Scheiderhöhe, Kirchscheid 1
Autor:
Lothar Faßbender
Vereinsname:
Heimat- und Geschichtsverein Lohmar
Nr.:
04-01

Der Kirchscheider Hof wird zum ersten mal in einer Urkunde von 1065 – 1075 genannt, in der Erzbischof Anno II. gemeinsam mit dem Abt Erpho von der Abtei Siegburg das der Abtei gehörige Gut zu Sülz dem Edelmann Dietrich und dessen Gattin Meinlind zur Precaria (d. h. als Leihgut) gegen deren Besitz zu Kirchscheid tauscht.


Der Kirchscheider Hof liegt auf einer ausgeprägten Hochfläche, die landschaftlich dem Niederbergischen Land zuzurechnen ist. Sie ist durch den Katzbach, den Bervertsbach (Versbach, 1586), den Gammersbach und andere kleinere seitlich zufließende Siefen reich gegliedert. Nach Nord-Osten reicht die Hochfläche bis an die Niedertrasse der Agger. Der Rand der Rumpffläche fällt im Süden - Richtung Heppenberg und Sottenbach terrassenförmig ab. Vom Austritt der Sülz, der tiefstgelegenen Stelle mit weniger als 60 m ü. NN, beträgt der Höhenunterschied zur größten Höhe des Kirschscheider Feldes rund 103 Meter. Die Hofanlage Kirchscheid liegt an der Anliegerstraße von Scheiderhöhe über Feienberg ins Sülztal (Meigermühle).

Neben den zahlreichen Klostergütern, die ja ehemals Güter aus pfalzgräflichem Besitz waren, kam mit der Klostergründung der Abtei auf dem Michaelsberg ebenfalls der Hof Kirchscheid, wie auch u. a. Haus Sülz, Haus Bach (Bacherhof), der Meiger- und der Hoverhof und das Haus Klasberg zur Abtei. Im Jahre 1116 wurden von Erzbischof Friedrich I. von Köln alle Privilegien und Besitzungen der Abtei, unter anderen auch „Scheida“, bestätigt.

Im Jahre 1276 am 13. Dezember verleiht Abt Adolf von Siegburg, nachdem er im Einverständnis mit dem Konvent wegen drückender Schulden verschiedene Klostergüter verkaufen musste, seinem Konvent den Abtshof zu Schyda mit näher bezeichneten aufgeführten Einkünften, behält sich aber die Wachszinsigen (Personen die sich unter den Schutz des Klosters stellen und hierfür Wachs zu zahlen hatten) des Jakobsaltars auf dem dortigen Hof, den Wald „Sulsirbruch“ und die dort neu gekauften Wiesen vor.

Der Sage nach soll der Ritter Hansen von Schönrath in den Zeiten des Grafen Gerhard I. von Berg (1348 – 1360) am 24. Juni, dem St. Johannistage, bei Gelegenheit der von Altenrath über Schönrath und die Scheiderhöhe ausziehender Prozession drei seiner Kinder verloren haben; die Leiche des einen von einer Wölfin zerrissenen Sohnes habe man in tiefem Dickicht unfern von Feienberg gefunden, dort habe man zum Andenken eine Kapelle erbaut.

Die in dieser Sage erwähnte Kapelle ist die längst verschwundene St. Jacobskapelle in unmittelbarer Nähe des Hofs Kirchscheid. Sie wurde von der Abtei Siegburg, welcher das Gut Kirchscheid gehörte, zwischen 1116 – 1166 gegründet.

Hier muss auch lange Zeit die Begräbnisstätte des nach der Villikation Kirchscheid benannten Orts Scheiderhöhe gelegen haben. Bis vor dem Abbruch der Grundmauern der alten Jakobskapelle kurz vor 1900 sind dort eine Anzahl von Gebeinen gefunden worden.

Nach Pfarrer Th. Delvos ist der Hof Kirchscheid nach 1803 zur Erleichterung der fürstlichen Finanzen säkularisiert und um 1820 in den Besitz des Herren von Hymen übergeben worden. Der Scherferhof auf der Scheiderhöhe, der ebenfalls der Abtei Siegburg gehörte, teilte das gleiche Schicksal mit dem Hof Kirchscheid. Von Baron von Hymen ist das gesamte Anwesen in den Besitz der einzelnen Zweige der angehörigen Familien von Hymmen in Potsdam, Bad Godesberg und Düsseldorf übergewechselt.

Heute bewirtschaften Fritz und Elisabeth Trimborn den Kirchscheider Hof bzw. seit 2009 deren Sohn Matthias nun in der 4. Generation das 58 Hektar große Gut. Im eigenen Hoflädchen vermarktet die Familie Trimborn Produkte vom Hof und von Bauern aus dem nahen Umfeld.


Quellenverzeichnis:

  • Pfarrer Thaddäus Delvos, Geschichte der Pfarreien des Dekanats Siegburg (= Geschichte des Pfarreien der Erzdiözese Köln 39), Köln 1896;
  • Erich Wisplinghoff, Urkunden und Quellen zur Geschichte von Stadt und Abtei Siegburg I, Siegburg 1985;
  • Lothar Faßbender, Der Hof Kirchscheid, in: Lohmarer Heimatblätter 17, 2003.

Der Hof Kirchscheid|Quelle: HGV, Lohmar / Fotograf: unbekannt
Der Hof Kirchscheid|Quelle: HGV, Lohmar / Fotograf: unbekannt
Quelle: HGV, Lohmar / Foto: Helicolor Luftbild, Werner Peters e.K. Nachfolger: Robert Peters, St. Augustin, Flugplatz Bonn/Hangelar
Quelle: HGV, Lohmar / Foto: Helicolor Luftbild, Werner Peters e.K. Nachfolger: Robert Peters, St. Augustin, Flugplatz Bonn/Hangelar

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